Von Blüten und Blinden entlang der Bergstraße
Der Schwarzwaldverein Heidelberg unter Führung von Antje und Ralf Schipulle hatte am 29.03.2026 zu einem Naturereignis der besonderen Art eingeladen. Bei frühlingshaftem Wetter würdigten insgesamt 17 Teilnehmer das Blütenmeer zwischen Weinheim und Schriesheim.
Karlo P. merkte an, das ist einer der schönsten Teilabschnitte auf dem rund 80 km langen Blütenweg Bergstraße. Die Route hat der Odenwaldklub entlang eines ehemaligen Handelsweges auf den Hängen der Bergstraße parallel zum Rheingraben von Darmstadt bis Heidelberg mit einem gelben B markiert. Der Weg führt vorbei an Obst- und Weingärten sowie immer wieder durch Wiesen und Wälder. Das Blütenmeer sowie manche Ortschaft vor dem Hintergrund der tiefer gelegenen Rheinebene bietet pittoreske Eindrücke, was in vielen Bildern verewigt wurde.
Für den Ortsverein Heidelberg war dies nicht die erste inklusive Wanderung. Es darf nicht vergessen werden, dass viele Teilnehmer ein Handicap haben, dass der Gruppe gar nicht offenbar wird. Begleitet wurden die Wanderer dieses Mal auch von blinden Teilnehmern. Der blinde Severin S. sog ebenso wie die sehenden Teilnehmer den Blütenduft tief ein. Brigitte W. konnte dabei erste Erfahrungen als seine Begleitperson machen. Zumeist wanderten die Zwei nebeneinander, nur lose über den Ellenbogen von Brigitte W. verbunden. Etwas kniffeliger wurde es auf schmalen Pfaden. Aber auch dafür fanden die Beiden eine Lösung. Severin S. ging dann hinter Brigitte W. und konnte über die Bewegungen ihres Rucksacks erkennen, ob es nach links oder rechts ging. Etwaige Stufen sagte Brigitte W. an und konnten so souverän gemeistert werden. Der ebenfalls blinde Ralf A. und seine Ehefrau Susi W. mussten als eingespieltes Team nahezu keine Tipps geben. Susi W. sagte richtigerweise, es ist kein Hexenwerk. Wichtig ist, dass sich die Begleitperson traut und die sehbehinderte Person genügend Vertrauen aufbringt.
